- 09.09.2009, 11:36:23
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Aktuelle Studie zeigt auf: Handy ist Sicherheitsfaktor und gleichzeitig Konfliktpotenzial in der Familie - BILD

Wien (OTS) - Kinder in Österreich bekommen ihr erstes Handy im
Durchschnitt mit 10 Jahren. Hauptanschaffungsgrund ist, dass Eltern
aus Sicherheitsgründen großen Wert auf die Erreichbarkeit ihrer
Kinder legen. Handys können gleichzeitig aber auch für
Konfliktpotenzial sorgen. Das zeigt die heute - im Rahmen eines
Presse-Round-Tables gemeinsam mit "147 Rat auf Draht", der Wiener
Kinder- und Jugendanwaltschaft und mobilkom austria - präsentierte
aktuelle Studie der Initiative Handywissen.at.
Beinahe jeder Österreicher hat ein Handy - manche sogar zwei .
Zudem werden immer mehr Kinder von ihren Eltern mit einem Handy
ausgestattet. Mobiltelefone erleichtern die Kommunikation in der
Familie und mit Freunden, geben Sicherheit in Notfällen und bieten
viele nützliche Funktionen, vom Internetzugang bis zur Digitalkamera.
Gleichzeitig birgt das Handy auch Konfliktpotenzial im Alltag, wie
die aktuelle Studie "Eltern, Kinder und das Handy im familiären
Spannungsfeld" zeigt. Beauftragt wurde sie von der Initiative
Handywissen.at, durchgeführt von meinungsraum.at. Im Juli 2009 wurden
500 Elternteile in ganz Österreich befragt.
Dazu Bernhard Jungwirth, Koordinator Handywissen.at: "Als
Informationsstelle zur Förderung der sicheren und
verantwortungsvollen Handynutzung wollten wir untersuchen, welche
Themen rund um das Handy österreichische Eltern aktuell beschäftigen.
Wir haben viele interessante Ergebnisse erhalten, die uns konkrete
Ansatzpunkte für unsere weitere Arbeit geben."
Hauptgründe für Handy-Anschaffung: "Erreichbarkeit" und "Hilfe holen
im Notfall"
Österreichs Kinder bekommen ihr Handy durchschnittlich mit 10
Jahren. Hauptgründe für die Anschaffung sind einerseits die ständige
Erreichbarkeit des Kindes, andererseits "Hilfe holen im Notfall"
(jeweils 78 Prozent). Auf Platz Drei findet sich mit 24 Prozent der
Wunsch des Kindes nach der Anschaffung eines Handys.
Zwiespältige Nutzung: Handy im Spannungsfeld zwischen Erreichbarkeit
und Rechnungshöhe
Das Handy vereinfacht die Kommunikation zwischen Eltern und
Kindern. So ist zum Beispiel der Tagesablauf viel leichter zu
organisieren und die ständige Erreichbarkeit gibt Sicherheit. Es kann
jedoch auch Probleme verursachen: Wie die Studie aufzeigt, war das
Handy für 45 Prozent der Eltern bereits einmal Anlass für
Unstimmigkeiten zwischen ihnen und den Kindern.
Streitgründe sind vor allem eine zu hohe Handyrechnung, das
Telefonieren zu unerwünschten Zeiten und das ständige Herumspielen
des Kindes mit dem Handy. Doch auch, wenn das Kind beim Anruf der
Eltern nicht abhebt und der Wunsch nach einem neuen Handy können den
Haussegen schief hängen lassen.
Vertrauensvolle Eltern: Mehr als ein Viertel der Kinder telefoniert
ohne Kostenlimit
Obwohl eine zu hohe Handyrechnung zu den häufigsten Streitgründen
im Zusammenhang mit dem Handy zählt, hat mehr als ein Viertel der
Eltern (28,2 Prozent) keinen Höchstbetrag mit dem Kind vereinbart.
Gibt es aber ein Kostenlimit, sind Eltern strikt: 65 Prozent lassen
ihre Kinder den Restbetrag vom Taschengeld bezahlen, 44 Prozent
setzen auf ein klärendes Gespräch und 15 Prozent verhängen
Handyverbot.
Hauptrisiken aus Sicht der Eltern: Diebstahl und hohe Kosten
Aus Sicht der Eltern sind Diebstahl (55 Prozent) und hohe Kosten (48
Prozent) die größten Risikofaktoren. Auf dem dritten Platz findet
sich der unkontrollierte Tausch von Gewalt- und Pornovideos mit dem
Handy (46 Prozent), gefolgt von der Gefahr von Belästigung übers
Handy (43 Prozent). Den schwer kontrollierbaren Internetzugang sehen
41 Prozent als Risiko.
"Die meisten Eltern verbinden materielle Risiken mit dem Handy -
wie Diebstahl oder eine hohe Rechnung. In der Praxis sind Kinder aber
mit dem Tausch von Gewalt- und Pornovideos und Belästigung über das
Handy überfordert. Mit diesen Themen sollten sich Eltern
auseinandersetzen und aktiv auf ihre Kinder zugehen", so Anton
Schmid, Wiener Kinder- und Jugendanwalt.
Die Rolle der Eltern unterstreicht auch Elisabeth Mattes,
Unternehmenssprecherin mobilkom austria: "Als Marktführer legen wir
großen Wert darauf, die Eltern bei ihrer Aufgabe zu unterstützen.
Auch deshalb sind wir seit dem Start der Initiative Handywissen.at
als Partner aktiv. Auch mit eigenen Projekten leisten wir
Aufklärungsarbeit: Aktuell haben wir unseren Handy-Guide erweitert
und neu aufgelegt, der Kinder und auch Eltern beim bewussten Umgang
mit neuen Medien und Kommunikationstechnologien unterstützt." Die
Gratis-Broschüre ist in allen A1 SHOPS erhältlich und beinhaltet
neben den wichtigsten Notrufnummern und Informationen zum Verhalten
in Notfällen, praktische Tipps rund um Kosten, Technologien und
Handy-Etikette.
Umgang mit dem Handy: Zu wenig Aufklärung in der Familie
98 Prozent der Eltern sehen es als ihre Aufgabe, ihre Kinder über den
verantwortungsvollen Umgang mit Mobiltelefonen aufzuklären. Umso
überraschender ist es, dass in Österreichs Familien offenbar zu wenig
über den Umgang mit dem Handy geredet wird: Frei nach dem Motto
"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" findet es mehr als ein
Drittel der befragten Eltern (35 Prozent) absolut in Ordnung, ohne
das Wissen des Kindes die Inhalte des Handys - wie Fotos, SMS oder
Videos - zu kontrollieren. Ohne zu fragen zur Tat geschritten, ist
bereits ein Viertel der Befragten.
Dazu Jungwirth: "Wir empfehlen den Eltern klare Regeln mit ihren
Kindern zu vereinbaren und offen über mögliche Probleme zu sprechen.
Geheime Kontrollen können zu einem Vertrauensbruch führen, außerdem
haben auch die Kinder ein Recht auf Privatsphäre - wie ein Brief
sollte auch ein SMS als privat betrachtet werden."
Tipps für Eltern und Lehrende - Beratung für Kinder
Eltern und Lehrende finden unter www.handywissen.at Tipps,
Broschüren und Unterrichtsmaterialien über den verantwortungsvollen
Umgang mit dem Handy. Zudem bietet die Initiative Workshops für
Schulen an, die online buchbar sind.
Kindern steht bei Problemen mit dem Handy das Team von "147 Rat
auf Draht" rund um die Uhr und kostenlos unter der Notrufnummer 147
zur Verfügung. Dazu Michaela Cirka, Leiterin von "147 Rat auf Draht":
"Mit 147 haben die Kinder in Österreich seit zehn Jahren ihren
eigenen Notruf. Seit dem 'Handyboom' ist die Frequenz der Anrufe bei
'147 Rat auf Draht' um ein Vielfaches gestiegen, da wir jederzeit als
Ansprechpartner erreichbar sind. Das Handy ist für Kinder und
Jugendliche ein ideales Medium, um über Sorgen sprechen zu können,
ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen."
Handywissen.at fordert: Medienkompetenz-Erziehung in Österreichs
Schulen
Für die Zukunft wünscht sich die Initiative Handywissen.at mehr
Medienkompetenz-Erziehung in Österreichs Schulen. Dazu Jungwirth:
"Wir setzen uns sehr stark für eine Verankerung der
Medienkompetenz-Vermittlung im Lehrplan ein, die unserer Meinung nach
in Österreichs Schulen zu kurz kommt. Wir bieten zwar zahlreiche
Angebote an - von Informationsmaterial bis hin zu Workshops, können
aber nicht den Unterricht in den Schulen ersetzen."
Über Handywissen.at:
Handywissen.at informiert Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende
über die sichere und verantwortungsvolle Handynutzung im Auftrag von
EU-Kommission und öffentlicher Hand. Handywissen.at wird vom
Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT)
koordiniert und in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt,
Ministerien, der EU Kommission (GD Informationsgesellschaft &
Medien), mobilkom austria und NGO's umgesetzt. Umfassende
Informationen rund um die sichere Handynutzung finden Sie unter
http://www.handywissen.at.
Beim Presse-Round-Table am 9. September 2009 stellte
Handywissen.at die Ergebnisse der Studie "Eltern, Kinder und das
Handy im familiären Spannungsfeld" vor. Bernhard Jungwirth
(Koordinator Handywissen.at), Michaela Cirka (Leiterin "147 Rat auf
Draht"), Elisabeth Mattes (Unternehmenssprecherin mobilkom austria)
und Anton Schmid (Wiener Kinder- und Jugendanwalt) informierten über
die Bedeutung des Handys für die Kommunikation in der Familie,
Konfliktpotenziale und aktuelle Herausforderungen für Eltern.
Weitere Bilder abrufbar unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=38&dir=200909&e=20090909_h&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Bernhard Jungwirth
Projektkoordinator Handywissen.at
Telefon: 01/595 21 12
E-Mail: [email protected]
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